
Silvia und ihre zwei Schwestern finden bei der Fundata JOYO ihr Gleichgewicht - Silvia bereitet sich jetzt auf die Universität vor
Silvia (Name geändert) ist jetzt Schülerin in der 12. Klasse und eine von drei Schwestern, die ohne Mutter aufgewachsen sind. Nachdem sie von ihrer Mutter verlassen wurde, blieben die drei Schwestern in der Obhut ihres Vaters, der mit der Verantwortung für ihre Erziehung und Ausbildung überfordert war. Außerdem fiel es ihm sehr schwer, die Familie mit dem Gehalt eines ungelernten Arbeiters zu ernähren. In dieser verzweifelten Situation war die Hilfe der Grossmutter väterlicherseits zwar nützlich, aber nicht ausreichend. Obwohl die Grossmutter ziemlich krank war, bemühte sie sich aber nach Kräften, den Platz der Mutter der Kinder einzunehmen. Dennoch war es für alle sehr schwer, und das blieb nicht unbemerkt. Die Mädchen waren extrem schüchtern und hatten grosse Schwierigkeiten, mit ihrer Umgebung zu kommunizieren. Sie hatten Sprachprobleme, die ihnen das Sprechen erschwerten. Die Älteste von ihnen, Silvia, hatte gerade die erste Klasse begonnen. Die Lehrerin bemerkte, dass es für ihre Entwicklung sehr gut wäre, psycho-sozio-pädagogische Unterstützung zu erhalten. Da die Lehrerin bereits bisher mit der Fundatia JOYO sehr gute Erfahrungen gemacht hatte, empfahl sie dem Vater, Unterstützung bei der Fundatia JOYO zu beantragen. Ziel war, die sehr schwierige Zeit mit möglichst geringen negativen Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder zu überstehen.
Zunächst erhielt nur Silvia Hilfe in der „Casa Florian”, ihre Schwestern kamen hinzu, als sie selbst in die erste Klasse kamen und Schülerinnen wurden.
Ein sehr schwieriger Moment für diese schwergeprüfte Familie war der Tod der Grossmutter. Silvia war am meisten betroffen. Die Grossmutter hatte ihr die Mutter ersetzt. Nach ihrem Tod übernahm sie einen Teil der Verantwortung für die Betreuung ihrer jüngeren Schwestern. Mit viel Aufmerksamkeit und Verständnis seitens des Teams der Casa Florian und psychosozialer Beratung wurden die drei Schwestern unterstützt und motiviert. Durch Bildungs-,Sozialisierungs-und Freizeitaktivitäten konnte ihr emotionales Gleichgewicht wieder hergestellt werden. Schritt für Schritt haben Silvia und ihre Schwestern ins Leben zurückgefunden und die Stabilität wieder hergestellt, das sie brauchten, um in der Schule Fortschritte zu machen.
Heute ist Silvia eine Teenagerin, die grosse Fortschritte gemacht. Sie hat bewiesen, dass all die durchgemachten traumatischen Erfahrungen sie bereichert und darauf vorbereitet haben, zukünftige Herausforderungen im Leben erfolgreich zu meistern. Die Stiftung hat sie auch dabei unterstützt, ECDL-Computerkurse und einen für die soziale und berufliche Integration erforderlichen Qualifizierungskurs zu besuchen. Ausserdem ist sie weiterhin eine gute Schülerin, die bald ihr Abitur ablegen wird.
Silvia möchte Lehrerin werden und bereitet sich auf ein pädagogisches Studium vor.
Unter der sorgfältigen Anleitung und Betreuung des Teams der Fundatia JOYO sind die drei Schwestern gemeinsam aufgewachsen, haben die Geheimnisse des Schreibens und Lesens entdeckt, ihre Freude am Singen, Zeichnen und Spielen entdeckt, an den ersten Ferienlagern und Ausflügen ihres Lebens teilgenommen, Theateraufführungen und Filme gesehen, sich geschätzt und ermutigt gefühlt, das Beste aus sich zu machen. Sie haben bei uns viel Verständnis, Zuneigung, Ermutigung, Anleitung und die notwendige materielle Unterstützung erfahren, um ihre motionales Gleichgewicht zu bewahren, zu lernen und auf eine bessere Zukunft zu hoffen.