Mit 3 Jahren wurde S. von ihrer Mutter verlassen. Fortan wuchs sie mit ihrem Vater und ihren Großeltern auf. Oma und Opa wollten, dass S. für die Schule lernt. Aber schon mit der dritten Klasse war das Schülerleben vorbei: Ihr Vater, ein gewalttätiger Alkoholiker, wollte nicht, dass sie zur Schule geht. Das Kind musste zu Hause bleiben und mit seinen wenigen Kräften im Dorfhaushalt mit anpacken. Um diesem harten Leben zu entfliehen, verließ sie Ihr Zuhause und heiratete mit 14 Jahren ihren älteren Freund. Schon bald brachte sie zwei Kinder zur Welt, und zusammen mit ihnen lebte sie bei  ihrem Mann. Dieser war inzwischen jedoch auch dem Alkohol verfallen. S. lebte in ständiger Angst: Wann kommt der nächste Streit, wann droht wieder Gewalt? Zum Glück gelang es ihr, sich von ihm zu trennen und in die Hauptstadt zu ziehen. Hier suchte S. Kontakt zu ihrer Mutter, die sie in Kindertagen verlassen hatte und hoffte auf Hilfe für sich und ihre Kinder.

Mit ihren Kindern lebte sie nun bei ihr in einem Zimmer, und schon bald versuchte sie, Arbeit zu finden. S. fand nur einfache, oft schwarz bezahlte Jobs. Das Gehalt reichte nicht aus, um für ihre Kinder zu sorgen und sich an den Nebenkosten der Wohnung zu beteiligen. Dies führte zu ständigem Streit mit ihren Schwestern, die ebenfalls in der gemeinsamen Wohnung lebten.

Diese traurige Geschichte, die uns S.s die Kindergärtnerin von S.s kleiner Tochter erzählte, hat uns tief berührt. Sofort haben wir die Mutter aufgesucht und ihre Kinder in unsere Projekte aufgenommen. Wenig später bat uns S., ihr ebenfalls zu helfen: Durch unser Projekt zur Wiedereingliederung in die Schule hofft sie, nach dem Abschluss eine Fortbildung machen zu können. Eines Tages will sie sich und ihren Kindern endlich ein besseres Leben ermöglichen.

Für die beiden Kinder und ihre junge Mutter scheint sich das Schicksal endlich zum Besseren zu wenden: Sie litten nicht nur unter der Armut, sondern auch unter zahllosen Traumata – nun bekommen sie endlich langfristig psychologische, pädagogische und materielle Hilfe. Mit Tränen in den Augen gestand uns S., dass ihr im gesamten Leben noch nie jemand so zur Seite gestanden habe wie unsere Stiftung.