Eine kleine Mietwohnung in einem ärmlichen Bukarester Vorort: zwei ungeheizte Zimmer, kein fließendes Wasser. Hier versuchen zwei Schwestern aus einer fünfköpfigen Roma-Familie, zu überleben.

Armut, hänselnde Klassenkameraden und fehlender Rückhalt im Elternhaus hatten schon vor Langem dazu geführt, dass sie irgendwann die Schule abbrachen. Zu Hause warteten sie darauf, dass ihre Hochzeit vereinbart wurde – bei einigen Roma-Familien ist das auch bei Kindern immer noch üblich. Fast täglich mussten sie die Angriffe ihres alkoholkranken Vaters ertragen. Für ihre Mutter war eine Scheidung trotzdem undenkbar: Ihr Mann brachte das einzige Geld in die bescheidenen vier Wände. Die Chancen auf einen Schulbesuch schwanden von Tag zu Tag, und irgendwann hatten die beiden Mädchen schließlich gar keine Freunde mehr. Als wir sie zum ersten Mal trafen, schienen sie geradezu verängstigt. Es folgten lange Gespräche und harte Überzeugungsarbeit mit der Familie – schließlich konnten wir sie in unser Projekt „School is cool (2)“ aufnehmen. Dann folgte der nächste Schritt: Nachdem die Mädchen wieder regelmäßig zur Schule gingen, wollten wir auch ihrer Mutter helfen: Wir lernten eine verarmte, traumatisierte Frau kennen, die dringend auf soziale und psychologische Hilfe angewiesen war. Schon bald änderte sich ihre gesamte Selbstwahrnehmung, und dank unserer Unterstützung fand sie eine Arbeit – nun hat sie wenigstens eine minimale finanzielle Unabhängigkeit.

Für die beiden Mädchen war es nicht einfach, in der Schule wieder Anschluss an den Unterricht zu finden. Wir haben sie jedoch konsequent ermutigt und unterstützt, bis sie schließlich acht Klassen erfolgreich abschließen konnten. Eine der beiden fasste durch gute Leistungen sogar den Mut, anschließend das Gymnasium zu besuchen. Für ihre Schwester trugen wir die Ausbildungskosten zur Hand- und Fußpflegerin, und nun arbeitet sie in ihrem Heimatort.

Drei Menschen schienen zu einem Leben in Elend und Verzweiflung vorbestimmt – dank unserer Hilfe fassten sie aber neuen Mut und schauen nun zuversichtlicher in ihre Zukunft.