Viele Kinder, die wir betreuen, sind in Armenvierteln aufgewachsen und leben immer noch dort. Andere kommen aus engen, überfüllten Wohnungen in Wohnblocks. Besucher empfängt dort ein typisches Zeichen von Armut: Im Eingangsbereich hängen die Listen mit den Namen derer aus, die mit den Zahlungen der Betriebskosten im Rückstand sind. Die Entbehrungen und Traumata, unter denen manche der Kinder von klein auf leiden, sind kaum vorstellbar. Wenn sie zu uns ins Tageszentrum kommen, fehlt ihnen oft der nötige Halt: Oft fehlen ihnen familiäre Vorbilder, und sie hatten keine Chance, eigene Wertevorstellungen zu entwickeln. Ihre Eltern haben angesichts der dreifachen Belastung aus fehlender Grundversorgung, mangelnder Arbeit und Hoffnungslosigkeit meist schon völlig resigniert.

Diese benachteiligten Familien unterstützen wir mit unseren Projekten. Dabei stehen die Kinder im Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit. Vor oder nach der Schule kommen sie für mehrere Stunden in das Tageszentrum „Casa Florian“. Wir kümmern uns nicht nur um die schulische Vorbereitung, sondern fördern auch die Entwicklung ihrer kommunikativen und sozialen Fähigkeiten. Dabei müssen oft erst innere Barrieren überwunden werden, die sich im Laufe der Jahre durch Traumata und Vernachlässigung aufgebaut haben. In der „Casa Florian“ lernen diese Kinder oft auch zum ersten Mal, wie schön es sein kann, einfach nur zu spielen, Spaß zu Haben und neue Freunde zu finden. Allmählich gewinnen sie Selbstvertrauen und entdecken ihr eigenes Potenzial – vielen von ihnen fällt es nach einiger Zeit dadurch leichter, mit Gefühlen umzugehen und Neues zu lernen.